2018 Narrowboattour

Ein Gast an Bord

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Sonnabend, 21. - Dienstag, 24. Juli, 2018

Am Sonnabend in Manchester kam mein Freund Bob an Bord und blieb für zwei Nächte unser Gast. Zu meiner Zeit in Lymm, vor über 30 Jahren, haben wir dort zusammen im Tennisteam gespielt und sind mit dem Rennrad gerne durch das Lake District und Nord-Wales gefahren.
Also legten wir in Lymm an, schlenderten zum Lymm Tennisclub, kehrten anschließend in unserer damaligen Stammkneipe “Spread Eagle” ein und erzählten ausgiebig von den alten Zeiten.
Am nächsten Tag, es war ein sonniger Tag, war Higher Walton, mit dem netten, kleinen Park unser Ziel.
Dann ging Bob wieder von Bord, und fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Warrington zurück nach Settle in Yorkshire.
Wir schipperten unserem Ausgangspunkt in Bartington entgegen. Dort blieben wir über Nacht an der Marina, und hatten eine kleine, neugierige Katze zu Besuch. Wir machten klar Schiff, packten unsere Koffer, bezahlten den Diesel beim Bootsverleiher und fuhren zu guter Letzt mit dem Taxi zum Manchester Airport. In Bremen erwarteten uns über +30 Grad Cel. ...

Große, böse Stadt

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Freitag, 20. Juli, 2018

Nun ging es auf nach Manchester. Vorbei an Industrieanlagen, Containerterminals und dem Stadion von Manchester United in Old Trafford fuhren wir ins Herz der Metropole und legten im Castelfield Quay an. Früher wurden hier die Waren der Narrowboats zum Weitertransport auf Pferdewagen entladen. Nun dienen die alten Industrieanlagen als Museen oder werden als Kneipen bzw. Restaurants benutzt. Gleich oberhalb des Kanals rattern Tag und Nacht Eisen- und Straßenbahnen, und der Straßenlärm ist ebenfalls all gegenwärtig.
Beim Stadtbummel bemerkten wir die Spannung, die in der Luft lag. Wie aufgeladen sausten die Menschen hektisch umher, und alle schienen nur den Feierabend an diesem Freitag zu warten, um in die Kneipen zu gehen, und es krachen zu lassen. In dem Roman “Saturday Night and Sunday Morning” von Silitoe wird genau diese Situation beschieben.
Als wir die sehr interessant gestaltete Eingangshalle des Rathauses fotografierten, wurden wir aufs übelste beleidigt. Ein runter gekommenes Pärchen, das angab, obdachlos zu sein, beschwerte sich im derbsten Englisch darüber, sie fotografiert zu haben. Ein Sicherheitsbeamter beschrieb die Gegend um das Rathaus als verrucht, und riet uns dort nicht mehr zu fotografieren.
Dann fing es auch noch an in Strömem zu regnen, und so verzogen wir uns frustrtiert auf unser Boot, wo wir noch bis spät in die Nacht das Gröhlen der Besoffenen und die Polizeisirenen hörten.

Zu den Anfängen

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Donnerstag, 19. Juli, 2018

Nach einer unruhigen, weil lauten Nacht nahe der Hauptstraße Poolstocks, ging es bei gutem Wetter auf die nächste Etappe. Nur noch drei Schleusen, und dann war Susanne von der Aufgabe als Oberschleusenaufdreherin befreit- das letzte Stück bis Acton Bridge ist schleusenfrei!
Unser Tagesziel war Worsley, wo der erste Kanal Englands, eben der Bridgewater Canal gebaut wurde. Die dort ansässigen Bergwerke bekamen damit die Möglichkeit ihre Kohle von dort nach Manchester zu transportieren, vor allem die Textilfabriken diesen Rohstoff benötigten, um ihre Maschinen am Laufen zu halten.
Heutzutage erinnert in Worsley nur noch wenig an die Zeit der industriellen Revolution. Die alten Arbeitsgebäude mit ihren Maschinen wurden abgerissen, und eine Grünanlage ziert stattdessen das Gelände am Kanal. Übrig geblieben sind die schönen vikorianischen Häuser mit ihren schwarz-weiß verziehrtem Fachwerk. Leider hat dieser nette, kleine Ort keine Umgehungsstraße, und somit dröhnen auch LKWs auf der Hauptstraße, und die nahe Autobahn sorgt auch nachts für Dauerlärm.

Zwangsstopp

DSCN6615Mittwoch, 18. Juli, 2018

Unser Weg zurück führte uns zurück auf den Bridgewater Canal und wieder zum ALDI in Leigh direkt am Kanal, und weiter nach Wigan.
An einer Stelle fielen uns eine lange Reihe von Anglern auf, die ein Wettangeln durchführten. Sie waren nicht gerade begeistert, die Angelrute aus dem Wasser zu nehmen, als unsere Ingrid heran nahte.
Gerade bei dem niedrigen Wasserstand machte sich allerei Unrat bemerkbar, Einkaufswagen und Fahrräder ragten aus dem Wasser, und unzählige Plastikbehälter und anderer Plastikmüll trieben auf der oft ölig-schmierigen Brühe. Die gefangenen Fische werden nicht verzehrt, sondern wieder zurück ins Wasser geschmissen, weil sie nicht genießbar sind.
Unsere Fahrt wurde an der am Ortsausgang von Wigan gelegenen Schleuse in Poolstock gestoppt. Um der Wasserknappheit entgegen zu wirken, hatte Canal River Trust das Schleusen ab 15 Uhr untersagt, und da es mittlerweile schon nach fünf Uhr am Nachmittag war, mussten wir unsere Fahrt für diesen Tag beenden.

Müffelstopp

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Montag + Dienstag, 16./17. Juli, 2018

Es war an der Zeit umzudrehen, denn am Freitag wollten wir im Manchester sein, um Bob an Bord zu nehmen. Doch vorher mussten wir noch unsere Fäkalien entsorgen. Wir dachten, das dieses in Burscough möglich wäre, doch wir mussten noch bis nach Parbold zur dortigen Marina fahren. Das war am selben Tag nich mehr zu schaffen, und es war ungemütlich regnerisch, als wir an der Heaton Bridge anlegten. In dem dortigen Pub lernten wir eine nette ältere Dame kennen, die den gleichen Namen wie unser Boot trug und ausführlich über ihre schwierige Jugend in Deutschland erzählte. Zurück an Bord erlebten wir wieder einmal einen spektakulären Sonnenuntergang.
Am nächsten Tag wurde unsere Sch…. abgepumpt, und es ging wieder südlich; in Burscough wurden Lebensmittel gebunkert und bald darauf schlugen wir unser Nachtlager in dem kleinen, netten Örtchen Parbold auf.

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